Die Fotografieschen Eindrücke vom W7 ENDUROCROSSRENNEN 2019

Mit dabei meine Familie das „TARCO RACING “
www.tarcoracing.at

Der Enduroklub W-7 St. Margarethen lädt recht herzlich zum 13. Endurocross-Rennen … unter dem Motto „Motorsport is not a Crime“, ein…“www.enduroklub-w7.at“

Die Ausrüstung:

Grundsätzlich kann man Motocross (wie fast jede anderen Sportart auch) mit jeder Ausrüstung fotografieren. Alles, was man braucht, ist eine Kamera und ein dazu passendes Objektiv. Empfehlenswert ist es aber, eine DSLR zu verwenden, die einen zuverlässigen und schnellen Autofokus besitzt. Eine schnelle Bildfolge ist sicherlich auch vorteilhaft – ein Verständnis von Motocross kompensiert aber blindes Dauerfeuer. Wer regelmäßig Motocross fotografieren möchte, sollte außerdem in Ausrüstung investieren, die spritzwassergeschützt und staubdicht ist, denn entweder ist es schlammig oder es staubt ganz gewaltig! Das setzt nicht nur den Objektiven zu (Zoomobjektive saugen beim Zoomen den Staub ein!) – auch der Sensor und die Displays der Kamera haben damit zu kämpfen.

Welche Objektive man verwendet, hängt ganz vom eigenen Geschmack ab. Ein 70-200mm Zoomobjektiv ist nicht nur beim Motocross, sondern in der gesamten Sportfotografie eine sehr gute Ausgangsbasis. Mit diesem Objektiv ist man sehr flexibel und kann tolle Motocross-Fotos schießen. Möchte man die Fahrer samt Motorräder besser freistellen oder größere Distanzen überbrücken, muss man ein Superteleobjektiv verwenden. Viele professionelle Fotografen nehmen beim Motocross Brennweiten zwischen 300 und 600mm. Ich persönlich finde 400mm am Vollformat ideal. Mit Weitwinkel- oder  Fisheye-Objektiven kann man kreative und außergewöhnliche Motocross-Fotos schießen. Deshalb bietet es sich an, mit zwei Kameras und verschiedenen Objektiven zu fotografieren. So kann man an jedem Streckenabschnitt fotografieren und hat am Ende ein breites Spektrum an Perspektiven und Szenen auf der Speicherkarte.

Kamera-Einstellungen:

Grundsätzlich hat man in der Sportfotografie immer die Möglichkeit entweder das Motiv einzufrieren oder die Dynamik der Bewegung einzufangen. Bei ersterem setzt man auf eine kurze, bei letzterem auf eine relativ lange Verschlusszeit.

Unabhängig davon, für welche Methode man sich beim Motocross fotografieren entscheidet, sollte die maximale Serienbildgeschwindigkeit aktiviert sein (Nikon: CH) und der  Autofokus sollte so eingestellt sein, dass er das fokussierte Motiv verfolgt (Nikon: AF-C).

Das Einfrieren von Fahrer und Motorrad ist relativ einfach. Man muss den Fahrer eigentlich nur fokussieren und auf den Aulöser drücken. Je kürzer man die Verschlusszeit wählt, desto sicherer friert man das Motiv ein. Mitzieher funktionieren etwas anders. Man fokussiert den Fahrer, bewegt die Kamera mit der Bewegung des Fahrers und drückt währenddessen auf den Aulöser. Damit eine gewisse Dynamik entsteht und die Szene nicht einfach eingefroren wird, braucht es allerdings lange Verschlusszeiten. Beim Motocross sind Mitzieher etwas schwieriger als bei anderen Motorsportarten, weil die Motorräder auf holpriger Strecke sich nicht nur horizontal, sondern auch vertikal bewegen. Ein entfesselter Blitz kann in diesem Fall den Ausschuss reduzieren, weil er zusätzlich zum Einfrieren beiträgt.

Grundsetting zum Einfrieren: Verschlusszeit 1/1000, Blende 4, ISO so niedrig wie möglich

Grundsetting für Mitzieher: Verschlusszeit 1/80s, Blende 10, ISO so niedrig wie möglich

Obwohl meine Objektive eine Blende von 2,8 ermöglichen, fotografiere ich Motocross meist mit Blende 4, damit nicht nur der Fahrer, sondern auch das Motorrad komplett scharf ist. Bei Blende 2,8 wäre die Nummerntafel scharf, der Frontfender jedoch bereits unscharf. Möchte man Überholmanöver oder einen spannenden Zweikampf einfangen, sollte man sogar noch weiter abblenden, damit beide Fahrer in der Schärfebene liegen. Bei Mitziehern wähle ich oft eine Blende zwischen 8 und 16, um bei langen Verschlusszeiten eine Überbelichtung zu vermeiden.

Das richtige Motiv:

Beim Start steuert ein Rudel Motocross-Fahrer gemeinsam kompromisslos auf eine Kurve zu, in Sprüngen legen diese Fahrer dann für den Style das Motorrad quer und in den Kurven sprüht der Sand durch die Luft. Motocross bietet ganz verschiedene Möglichkeiten, um tolle Fotos zu schießen. Deshalb ist es wichtig, dass man flexibel ist und eine Mischung von Detailaufnahmen der Fahrer und der gesamten Szenerie fotografiert. Ich bewege mich während eines Rennens mindestens einmal um die ganze Strecke, um mich an verschiedenen Streckenabschnitten zu positionieren. Dabei nutze ich sowohl niedrige als auch erhöhte Positionen und fotografiere von der Seite (meist in Kurven) und die frontal auf mich zufahrenden Fahrer (meist auf der Geraden oder bei Sprüngen). Motocross ist für mich außerdem ein Sport, bei dem ich kreative und unkonventionelle Perspektiven wählen kann. Deshalb verwende ich hier auch gerne das Fisheye-Objektiv.

Risiko für den Fotografen:

Motocross ist ein toller, aber auch ein gefährlicher Sport. Das betrifft nicht nur die Fahrer, sondern auch die Fotografen und deren Ausrüstung. Man sollte sich unbedingt in den für Fotografen ausgewiesenen Zonen bewegen und nicht zu nah an die Motorräder kommen, um nicht in Unfälle verwickelt zu werden oder sie gar zu verursachen. Auch die Ausrüstung sollte man vor fliegenden Steinen oder Lehmbrocken in Sicherheit bringen. Schließlich sollte man auch die Strecke nicht unterschätzen: Sobald es regnet oder stark bewässert wurde, kann die Strecke extrem rutschig werden.